Ich freu mich über ein Interview mit

 

arcana

ARCANA MOON
 
Wie und wo seid ihr aufgewachsen ?
Arcana:
Ich bin in Ost-Berlin (ehem. DDR) in einer 4-köpfigen Familie aufgewachsen und
erlebte so etwas wie eine heile Welt. Ferienlager, Pionieralltag, Freunde,
für kurze Zeit ein Chor,
Urlaub an der Ostsee oder im Erzgebirge, das waren Stationen in meinem Leben,
an die ich mich größtenteils gern erinnere. Ich war eigentlich immer sehr offen
und kontaktfreudig,
was sich jedoch mit der Wende schlagartig änderte. Aufgrund dessen das man die Schule wechseln musste, bin ich in eine völlig neue Welt gestoßen worden,
mit der ich persönlich nicht klar gekommen bin.
Ich zog mich sehr in mir selbst zurück, hab viel gelesen,
viele Dokumentationen im Fernsehen gesehen,
war oft draußen in der Natur, an stillen Orten, wo mich niemand störte.

Meine Familie lebte nach der Wende stets an der unteren sozialen Grenze.
Dennoch haben wir nie das Lachen und den Zusammenhalt vergessen.Mein heute bester Freund und
Crystal haben mir geholfen mein Leben neu zu ordnen.
Ich begann Gedichte zu schreiben und sie im Internet zu veröffentlichen.
Mit der Musik hat eine neue Ära in meinem Leben begonnen.
Da ich seit dem Ende meiner Ausbildung arbeitslos bin,
habe ich mich hauptsächlich auf die Musik und das Schreiben konzentriert.
Heute bin ich zwar nicht mehr so unbeschwert wie in Kindertagen,
aber man kann doch sagen,
dass ich wieder zu mir zurückgefunden habe und sehr glücklich bin...
Crystal:
Ich bin in einer Kleinstadt im Norden von Hamburg in einer 4-köpfigen Familie aufgewachsen.
Dabei verlief meine Kindheit ganz „Szene-untypisch“, denn sie war eigentlich sehr harmonisch.
Seit 2002 wohne ich nun in Berlin.
Was habt ihr vor der Musik gemacht?
Arcana:
Vor der Musik war eigentlich nur die Grundschule, mein Realschulabschluss, zwei kleine Jobs wegen Arbeitslosigkeit,
dann meine Ausbildung und das Schreiben von Gedichten und Geschichten.
Crystal:
„Vor der Musik“ ist in meinem Fall schwer zu beantworten, da mich Musik schon solange ich denken kann begeistert.
Aber bei mir ist es ähnlich unspektakulär verlaufen wie bei Arcy: Grundschule, Realschule, Ausbildung,
Fachoberschule, Bundeswehr, Studium und
danach immer abwechselnd kleinere Jobs und Arbeitslosigkeit...
Wart ihr vor „Arcana Moon“ an anderen Musikprojekten beteiligt ?
Arcana:
Nein. Ich habe nur mal zu DDR Zeiten für ein Jahr im Chor gesungen und
hatte mit dem Chor auch einen Auftritt zu Weihnachten. Richtig mit anderen Musikern zusammengearbeitet,
habe ich erst seit „Arcana Moon“ besteht. Sehr oft und
gerne arbeite ich persönlich mit Vaith von „Arctica Breath“ zusammen,
der ein sehr enger Freund von uns ist.
Crystal:
Ich war schon an unzähligen Projekten mehr oder weniger direkt beteiligt.
Manchmal waren es nur Gastrollen, manchmal hat man nur ein paar Spuren zugesteuert
und ab und zu war ich dann doch als Keyboarder in einer Band.
Die Musikrichtungen reichen dabei von HipHop über Synthpop bis Rock.
Als Keyboarder ist einem die Musikrichtung nicht so wichtig,
hauptsache es macht Spaß und das Live-Feeling kommt rüber.
Achja, im Chor war ich auch mal eine Zeit, bin dort aber rausgeflogen da ich hin und
wieder ein paar kleine Scherze gemacht habe und
unsere verstaubte Chorleiterin keinen Sinn für Humor hatte,
nunja. ;)
Wie seid ihr zur Musik gekommen ?
Arcana:
Das war ein Zufall, im Grunde durchs Chatten, auch wenn das ziemlich seltsam klingt.
Ich habe im Herbst 2000 einen Punkmusiker in der damaligen Community Cycosmos im Chat kennen gelernt.
Er fragte mich irgendwann ob ich Lust hätte mit ihm mal einen Song zu machen.
Ich sagte zu, schrieb die zweite Hälfte des Textes zu unserem ersten Song „Witchnight“ und sang meine Parts schließlich im März 2001 bei ihm in seiner Wohnung ein. Tja, damit wurde „Arcana Moon“ gegründet und so kam ich zur Musik. ;)
Crystal:
Schon sehr früh entdeckte ich das Interesse für Musik und vor allem das für Tasteninstrumente. Mit acht Jahren bekam ich meine erste Heimorgel. Es war eine Bontempi Gebläseorgel (für alle Insider: Ja, ihr dürft an dieser Stelle lachen ;) ). Dort machte ich meine ersten musikalischen Gehversuche.
Zwei Jahre später wurde die Gebläseorgel durch eine recht gute,
elektronische Konzertorgel ersetzt.
Diese verfügte bereits über eine simple Begleitautomatik und diverse Rhythmen.
Ich begann Unterricht zu nehmen,
den ich aber ziemlich schnell wieder abbrach, da dort Kreativität nicht gefragt war und ich mich unterfordert fühlte.
Also begann ich mir das nötige Wissen und die Fähigkeiten über die Jahre selbst anzueignen. Nach der Orgel folgten diverse andere Keyboards. Zwischendurch kam ich auf die irrsinnige Idee Gitarre lernen zu müssen.
Scheinbar hatte ich aber schon zu lange Klaviatur gelernt - jedenfalls machte die Anordnung der Töne bei der Gitarre keinen Sinn mehr für mich, ich gab den Kampf schließlich auf.
Mitte/Ende 80er folgte endlich ein Synthesizer und ein Atari ST.
Mit dem Sequenzerprogramm Cubase war es nun endlich möglich eigene,
komplexe Arrangements zu komponieren.
Neben Cakewalk Sonar auf dem PC benutze ich den Atari heute noch.
Wo seht ihr Euch in der Zukunft ?
Arcana:
Eine schwierige Frage. Aber ich denke ich sehe uns auf der Bühne, wo wir unsere Songs live einem Publikum präsentieren. Und ich sehe alte Bekannte grün und blau vor Neid werden und mich denken:„Jetzt habe ich es ihnen allen gezeigt!“ :)
Crystal:
Keine Ahnung. Ich habe auf Grund vieler unerwarteter und negativer Erlebnisse aufgehört mir die Zukunft auszumalen.
Man wird allzu oft enttäuscht und das ist umso härter,
wenn man sich vorher in Gedanken ein
Traumschloss ausgemalt hatte.Aber ich sage es mal so:
Ich kann mir gut vorstellen, daß wir mit „Arcana Moon“
noch um einiges weiterkommen.
Zumindest werde ich auch weiterhin daran arbeiten.

Welche Musik hört ihr so und habt ihr Vorbilder ?
Arcana:
Ich höre viele verschiedene Sachen,
wichtig ist dabei das mir die Musik gefällt und
das sie mich von der Melodie oder vom Text her berührt.
Daher mag ich auch nicht den „heutigen“ Hip Hop oder Soul.
Das sind wohl die einzigen Musikrichtungen die ich mir nicht anhören kann, ohne Ohrenbluten zu bekommen. ;)
Vormerklich höre ich 70’er, 80’er und 90’er, Musik der schwarzen Szene von heute, Soundtracks,
Entspannungsmusik mit Naturgeräuschen
(z.B. Die „Solitudes Reihe“ von Dan Gibson),
Musicals usw.
Vorbilder habe ich keine,
ich lasse mich nur von Bands wie Lacrimosa und The Cure,
oder der Sängerin Alexandra, sowie instrumentalen Stücken inspirieren. Es geht immer um die Erinnerung und die Bilder, welche die Musik in mir auslöst.
Crystal:
Ich höre eigentlich alles außer Jazz und Soul,
denn zu diesen zwei Musikrichtungen finde
ich keinen Zugang irgendwie.
Mir muß die Musik einfach gefallen und
das ist bei mir ein rein subjektiver Eindruck beim Hören.
Idole habe ich keine, aber die musikalischen Kunstwerke folgender Bands haben meinen Stil sicherlich geprägt: New Order, The Cure, Depeche Mode, Front 242, Skinny Puppy, Tangerine Dream und noch einige andere.
Gibt es eine Vorgeschichte zu Arcana Moon ?
Arcana:
Wie ich bereits sagte, war es mehr ein großer Zufall das dieses Projekt entstanden ist.
Ich hatte meinen damaligen Partner im Chat kennen gelernt.
Gar nicht lange später suchte er eine Sängerin für ein neues Projekt.
Er hatte einen englischen Songtext geschrieben,
den er bei seiner Punkmusik allerdings nicht unterbringen konnte...
Nachdem er immer wieder vergeblich versuchte unsere musikalischen Mitchatterinnen davon zu überzeugen,
dass sie für ihn singen sollten, schien es als würde der Song niemals vertont werden.
Dennoch kamen er und ich ins Gespräch, da er sehr an meinen lyrischen Fähigkeiten und an meinen Gedanken interessiert war. Alsbald telefonierten wir dann auch miteinander...
Eines Abends machten wir einen Karaoke
Abend am Telefon und ich sang unter anderem „Eternal Flame“ von den Bangles nach.
Meine Stimme begeisterte ihn so sehr, dass er mich spontan fragte,
ob ich für ihn den Song singen würde, den er geschrieben hatte.
Das haute mich natürlich total um, aber ich sagte freudig zu,
auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste wie das funktionieren sollte.
Schließlich wohnte er in Neubrandenburg und ich in Berlin,
das waren nicht besonders wenige Kilometer zwischen uns.
Trotzdem machten wir am Telefon ab das dies eine beschlossene Sache sei und
somit war die Idee für das Projekt geboren... Er schickte mir schließlich
ein Preview von seiner Version und ich machte mir konkrete Gedanken was ich da noch beitragen könnte,
denn wir hatten abgemacht, dass wir den Song gemeinsam produzieren würden.
Ich schrieb eine zweite Strophe zu dem Song und einen zweiten Teil für den Refrain,
so war der Song "Witchnight" vollständig.
Dann übte ich noch eine selbst-erdachte Gesangsmelodie für den Refrain ein,
da mir seine nicht besonders gefiel. Er war damit einverstanden...
Im Februar 2001 zog er nach Berlin.
Im März 2001 trafen wir uns in seiner Wohnung und sangen „Witchnight“ und „Search for You“
(wo wir den Text am selben Tag noch gemeinsam schrieben) ein.
Die Musik hatte er zu dem Zeitpunkt schon fertig gehabt.
Mit dem Hochladen der Songs endete die Vorgeschichte eigentlich, aber im Grunde auch wieder nicht.
Denn erst mit dem Ausstieg meines alten Partners und
Crystals Einstieg in das Projekt im November 2001 hat die „Arcana Moon“ Ära erst richtig begonnen.
Crystal habe ich bei mp3.de im Musikerchat kennen gelernt,
wo wir dann auch planten ein gemeinsames Lied zu produzieren. „Angelwings“ erschien
im September 2001 unter Crystals Solo-Projekt „Tonmann“. Der Song fand mächtig Anklang.
Zu dem Zeitpunkt hatte es zwischen mir und meinem damaligen Partner schon oft gekriselt gehabt.
Er war eben ein Punkmusiker, der versuchte Gothic-Musik zu machen,
auch wenn er davon keinen blassen Dunst hatte. Und jeglicher Versuch von mir,
ihn in der Hinsicht Tipps zu geben, endete in Streit.
Das war auch mit einer der Gründe warum er Ende September 2001 dann das Projekt sozusagen verließ.
November 2001 wurde Crystal offiziell zweiter Mann und Produzent bei „Arcana Moon“.
Damit endet zumindest für mich persönlich die Vorgeschichte,
denn mit Crystal wurde aus „Arcana Moon“ das was wir heute sind.
Macht ihr außer Musik noch was anderes ?
Arcana:
Tja Arbeit habe ich ja leider keine. Also nutze ich die Zeit zum Schreiben von Gedichten / Geschichten / Gedanken / Songtexten (für unser oder andere Projekte – hatte da auch schon eine Veröffentlichung auf Vinyl und einige im Internet). Meine Gedichte und Geschichten veröffentliche ich im Internet, hatte aber auch schon richtige „Veröffentlichungen“ in unserer heimischen Zeitung und neulich in einer Anthologie, zum Thema „Natur“. Außerdem moderiere ich ab und zu eine Sendung auf einem Internetradio in der ich viel Musik spiele und hauptsächlich Märchen und Sagen vorlese... :)
Crystal:
Sicher mache ich außer der Musik noch etwas anderes, aber ich habe keine Lust mein Privatleben hier breitzutreten. ;)
Musik sollte meines Erachtens auch eine emotionelle Angelegenheit sein und nicht zu einem „8-Stunden Job“ verkommen. Zumindest nicht was das „Produzieren“ (ich hasse dieses Wort!) von neuer Musik angeht. Musik ist und sollte Kunst bleiben und diese kann man ja bekanntlich nicht übers Knie brechen.
Und zum Abschluss noch eine Frage: Können wir in der Zukunft
noch mehr interessante Stücke erwarten und ist schon was in Planung ?
Arcana:
Auf jeden Fall! Zur Zeit arbeiten wir an einem Synthie-Pop Track namens „Deep Blue Sea“,
in dem es um die tragische Liebe zwischen einem jungen Krieger und einer Meerjungfrau geht.
Dieser Song entsteht in Zusammenarbeit mit Vaith von „Arctica Breath“,
der für uns die Gitarre eingespielt hat. Dies ist unser erster englischer Track
unter „Arcana Moon“, seit Crystal im Projekt ist. Wir haben bisher ja nur deutsche Tracks gemacht ,
weil es eben unsere Muttersprache ist und wir der Meinung sind,
dass die Leute ruhig jedes Wort verstehen sollen. Dann ist noch ein anderer Song in Planung,
an dem wir demnächst auch intensiv arbeiten werden. Es wird wieder ein deutschsprachiger Song werden.
Aber mehr verrate ich an der Stelle noch nicht... ;)
 
Mehr zu Arcana Moon findet ihr hier
CD BESCHREIBUNG MIT LINK ZUM REINHÖREN
BANDBESCHREIBUNG
Hiermit möchte ich mich bei Arcana Moon recht herzlich bedanken und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg .